Indianische 9-Kräuter ESSENZ
Newsletter Frühjahr 2026
Brunnenkresse – das gesunde Kraut am Wasser
Dr. Gabriele Feyerer
5/6/20265 min read


Brunnenkresse – das gesunde Kraut am Wasser
Wir setzen diesmal unsere Portrait-Serie der Pflanzen in „9-Kräuter-Essenz“ fort:
Die echte Brunnenkresse (Nasturtium officinale, engl.: Watercress) ist eine auch Bitterkresse, Wassersenf, Bach- oder Wasserkresse genannte, mehrjährige Pflanze aus der Familie der Kreuzblütler. Sie wächst an Quellen, Bächen und Gräben in bis zu 60 cm langen, fleischigen Trieben und bleibt sogar im Winter grün. Man sammelt Brunnenkresse frisch, vor allem im Frühjahr und bis in den Spätherbst, aber selbst unter einer Schneedecke ist sie zu finden. Im Sommer bildet sie zierliche weiße Blüten mit auffällig gelben Staubgefäßen. Das Kraut schmeckt rettichartig, leicht scharf und erfrischend. Brunnenkresse wächst besonders gern in klaren, schattig-kühlen und mäßig fließenden Gewässern. In Fischteichen verhindert sie die Ausbreitung von Algen und reichert das Wasser mit Sauerstoff an. Wild gesammelte Brunnenkresse muss sehr gut gewaschen werden, weil man sich sonst Parasiten zuziehen kann (Leberegel durch Wasserschnecken), auch die Gewässerbelastung ist zu berücksichtigen. Am besten legt man frisches Kraut nach mehrmaligem Abspülen 15 Minuten lang in Essigwasser.
Geschichtliches
Schon im antiken Griechenland oder in Ägypten war die Brunnenkresse als gesundes Gemüse beliebt. Ab dem 17. Jht. (und vereinzelt bis heute) wurde sie in Deutschland gezüchtet und damals frisch, in Essig oder Salz eingelegt, vorwiegend nach England exportiert, wo sie als Fleischbeilage und Salat sehr begehrt war. Die Samen fanden als Senfzutat Verwendung. Napoleon holte sich die Idee aus Deutschland und befahl den Anbau in Frankreich, damit sie ihm ganzjährig zur Verfügung stand. Brunnenkresse war sogar am österreichischen Kaiserhof beliebt, wo man sie mit Zucker süßte. Immer noch gibt es gewerblichen Anbau in England, Portugal oder der Schweiz, ja sogar in Florida und auf Hawaii – wobei allerdings eine Menge neuer Züchtungen entstanden, die wohl nicht mehr die Heilwirkungen der Wildform aufweisen und primär zu Speisezwecken dienen. Schon Pfarrer Sebastian Kneipp verwendete Brunnenkresse gern und viel zur Blutreinigung und er empfahl sie „blassen“ jungen Mädchen und Personen nach schweren Krankheiten und Grippe, um den Körper wieder aufzubauen.
Der US-Pharmazeut und Autor Dr. Albert Leung berichtet, wie die Brunnenkresse zur Zeit des Eisenbahnbaues von chinesischen Einwanderern erfolgreich gegen die weit verbreitete Tuberkulose („Schwindsucht“) eingesetzt wurde.
Inhaltsstoffe und Eigenschaften
Frische Brunnenkresse enthält viel Vitamin C (Ascorbinsäure), dazu A (Carotin), B 1 und 2, eine Vitamin D-Vorstufe, Vitamin E sowie die sehr wichtige Folsäure. Außerdem ein Senfölglykosid (Glukonasturciin), Raphanol, Rhodanwasserstoff, Schwefelverbindungen, Spuren von Arsen, Gerb- und Bitterstoffe, Salicylat, Kalzium, Kalium, Eisen, Zink und weitere Mineralsalze. Die Brunnenkresse hat einen nennenswerten Jodgehalt (den höchsten neben der Pflanze Salicornia europaea, dem Queller). Sie kann helfen, den heute üblichen Mangel zu beheben, seit häufiger Fischgenuss nicht mehr ratsam ist. Schilddrüsenprobleme können mit Brunnenkresse positiv beeinflusst werden (immer Arzt/Heilpraktiker beiziehen), wenn etwa chronische Müdigkeit und Energiemangel vorliegen. Das natürliche Jod der Brunnenkresse wirkt dann anregend, aber auch beruhigend (bei Herzsensationen), während künstlich jodiertes Salz diesen Effekt nicht aufweist. Das betonte schon in den 60er-Jahren der weithin bekannte Schweizer Naturarzt Alfred Vogel, der sie auch als antibiotisch erkannte. Zugleich kann die Brunnenkresse helfen, die Hormonschwankungen im weiblichen Zyklus (PMS, Klimakterium) auszugleichen.
Brunnenkresse wirkt anregend auf Appetit und Stoffwechsel, ist galle- und harntreibend, schleimlösend, fiebersenkend, antioxidativ (krebsvorbeugend), antibiotisch und antiviral, daher besonders in Corona-Zeiten nützlich. Die antibiotische Wirkung dieser Pflanze erstreckt sich sowohl auf so genannte gram-positive, als auch gram-negative Keime, was sie faktisch zu einem natürlichen Breitbandantibiotikum, vor allem bei Harn- und Atemwegsinfekten macht.
Traditionell war Brunnenkresse als Mittel gegen Skorbut, Wassersucht, Drüsenschwellungen und Gelbsucht, bei langwierigen Hautausschlägen, Problemen der Lunge und der Verdauung in Gebrauch. Sie galt als hilfreich bei Harn- und Nierensteinen sowie gegen Würmer. Häufig wurde sie zur Blutreinigung, bei Entzündungen der Mundschleimhaut, bei Leber- und Gallenschwäche sowie Verstopfung angewandt, aber ebenso gegen Rheuma, Arthritis und Gicht. Die polnische Volksmedizin empfiehlt Brunnenkresse bei Diabetes, weil sie die Bauchspeicheldrüse unterstützt. Vor allem der Senfölgehalt von Brunnenkresse führt zu einer Steigerung der gesamten Drüsentätigkeit im Körper, was die Ausscheidung von Giftstoffen über Lunge und Schleimhäute fördert. Auch chronische Entzündungen (engl.: Silent Inflammations), ein typisches Leiden unserer Zeit, werden durch Brunnenkresse gemindert.
Asiatische Heilkunde und TCM
Den traditionellen Hinweis unserer Volksheilkunde, die Brunnenkresse wirke auch gegen „Milzverschleimung“, könnte man als eine Diagnose nach den Prinzipien der TCM ansehen. Sie beschreibt im weitesten Sinn eine gestörte Verdauung und „Auskühlung“ des Magen-Darm-Traktes, was ebenso in der tibetischen oder indischen Ayurveda-Medizin als Ursache für viele chronische Leiden gilt. Wenn das „Verdauungsfeuer“ nur schwach brennt, wird der Mensch krank, wobei nach der chinesischen Organ-Theorie vor allem die „Milz-Magen-Energie“ gestärkt werden muss. Nach der TCM beeinflusst Brunnenkresse die aufbauenden Yang-Kräfte, gleicht Hitze und Kälte aus, tonisiert (stärkt) somit das Blut sowie die Lebensenergie „Qi“. Demgemäß hilft die Pflanze bei Störungen der Harnausscheidung (zu viel oder zu wenig), bei Weißfluss und Ödemen. Da die Qualitäten der Brunnenkresse „erdig und metallisch“ sind, ihre Qualität „kühl“, der Geschmack aber sowohl scharf, als auch süß, kann sie gut bei „Wasserproblemen“ helfen. Sie bringt die beiden Energien Yin und Yang wieder ins Gleichgewicht – wirkt also insgesamt adaptogen („anpassend“). In der genauen Beurteilung von Pflanzenkräften verfügt die asiatische Medizin vielfach über einen Wissensvorsprung von Jahrtausenden, den man nicht unterschätzen darf.
Generelle Anwendungen
Man verwendet die frischen ca. 10 cm langen, klein gehackten Triebspitzen, oder entsaftet das Kraut. Der Saft nimmt man zusammen mit Wasser, anderen Kräutersäften oder in etwas Milch. Zu hoch ist die Menge, wenn eine Blasenreizung auftritt. Mehr als 30 g der frischen Pflanze sollte man am Tag nicht essen. Schwangere müssen mit Brunnenkresse zurückhaltend sein. Als Tinktur nimmt man 20 g Kraut auf 100 ml 20%igen Alkohol (5 Tage lang ansetzen).
Für Tee trocknet man das Kraut kurz vor dem Blühen im Schatten, wobei es Geschmack und Geruch verliert, aber nicht die Wirksamkeit. Für den Aufguss nimmt man 1 bis 2 TL auf eine Tasse Wasser und trinkt dies 2 bis 3-mal täglich. Gegenanzeigen für die Einnahme von reiner Brunnenkresse sind akute Magen- und Darmgeschwüre sowie starke Nierenprobleme.
Ganz anders ist es, wenn man das Heilpotenzial der Brunnenkresse als Bestandteil der
„9 Kräuter-Essenz“ nutzt, denn gerade diese gezielt kombinierte Teemischung wirkt bei den genannten Leiden positiv auf die Ursachen ein.
Unrichtig ist daher die verbreitete Annahme, Brunnenkresse würde getrocknet bzw. als Tee ihre Heilkraft verlieren. Das ist keineswegs so, schon weil sie viele Mineralstoffe und Substanzen enthält, die durch Hitze nicht leiden. Damit ist Brunnenkresse als Zutat in der
„9 Kräuter-Essenz“ ein wichtiger Bestandteil, der zusammen mit den acht weiteren Pflanzen, Wurzeln und Braunalgen erst die synergistische Gesamtwirkung dieser Rezeptur ausmacht.
Genießen Sie den Frühling und verwenden Sie jetzt auch in der Küche so viele gesunde Kräuter wie möglich, die man reichlich in Wald und Wiese finden kann – von Vogelmiere oder Giersch bis hin zur bekannten Brennnessel. Solche Speisen ergänzen eine Kur mit der „9 Kräuter-Essenz“ immer auf sinnvolle Weise.
Werden und bleiben Sie gesund!
Ihre
Gabriele Feyerer
IWF Europa
Auf Adlers Flügeln schwingendes Lebenselixier
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